Nightingale hatte ich schon lange im Auge und als mir Entwickler Inflexion anbot, mit in die Early-Access-Version einzutauchen, habe ich kurzerhand den eigentlich geplanten Stream über den Haufen geworfen und mit Chat stundenlang in dem neue vielversprechende Open-World-Survival-Game verbracht. Auf uns warteten einzigartige Game-Mechaniken, eine schicke viktorianisch inspirierte Gaslamp-Fantasy-Welt und einige Dinge, die vermutlich schon in Kürze gepatcht oder komplett überarbeitet werden…
Atmosphäre
Nightingale beeindruckt sofort mit seiner atemberaubenden Grafik. Dank Unreal Engine 5 erstrahlen die verschiedenen Biome in lebendigen Farben und Details und dichte Wälder oder neblige Sümpfe strotzen nur so von Atmosphäre. Hinzu kommen die ganzen aufwendigen Assets, wie zum Beispiel die wunderschönen riesigen Steinfiguren, in Felsen gebaute Behausungen und die interessanten Dungeon, die mit ihren ganz eigenen spektakulären Momenten glänzen. Die Lichtstimmungen und Texturen schaffen hier eine unglaublich immersive Welt, die ständig zum Erkunden einlädt und erobert werden will.

Auch die akustische Untermalung von Nightingale trägt wesentlich zur Atmosphäre bei. Die Umgebungsgeräusche sind sehr detailreich und die musikalische Begleitung ist sehr stimmungsvoll und unterstützt das Gefühl, in eine andere Welt eingetaucht zu sein.
Mit Karten die Welt verändern
Das herausragende Feature von Nightingale ist aber das Reisen zwischen verschiedenen sogenannten Realms mittels spezieller Karten (hier sind keine Landkarten sondern eher Spiel- oder vom Design her eher Tarotkarten gemeint). Mit den verschiedenen Karten bestimmst du in welches Biom du reist und dann kannst du es sogar noch mit weiteren Karten verändern und zum Beispiel bestimmte Herausforderungen aktivieren oder auch gewünschte Ressourcen in der Welt deutlich erhöhen. Die zum Early Access bereits verfügbaren Biome sogen mit ihren unterschiedlichen Eigenschaften und Gegnern für eine gewisse Abwechslung und bieten Entdeckern für den Start ausreichend Spielspaß.

Das Bausystem kennt man bereits aus vielen anderen Spielen und hier wird im Grunde auch nichts neues geboten. Aber es funktioniert sehr gut, ist umfangreich und erlaubt es, beeindruckende Strukturen zu errichten. Von einfachen Starterhütten aus Holz bis zu komplexen Anwesen aus kostbaren Materialien. Und auch das Crafting-System bietet eine gewisse Tiefe, kann jedoch auch überwältigen, da vieles noch nicht ausreichend erklärt und vor allem nachschlagbar ist. Eine bessere Einführung und zusätzliche Tutorials sowie eine Art Nachschlagewerk für Ressourcen, Gegenstände und Eigenschaften wären hier sicher hilfreich.
Die Kämpfe in Nightingale sind derzeit noch der vermutlich schwächste Aspekt des Spiels. Die Steuerung fühlt sich teilweise sehr träge an, und die Gegner-KI ist auch noch nicht die cleverste. Immerhin scheinen die Gegner auch mal in Deckung zu gehen oder ein Fernkämpfer versucht immer seinen Abstand zum Spieler zu waren. Die mächtigen und eindrucksvoll gestalteten Bosse, lassen sich aber leicht austricksen und dann mit Leichtigkeit besiegen. Hier merkt man den Early Access noch deutlich, was letztendlich ja auch immer in Ordnung ist. Die Vielfalt und weitere Herausforderungen kommen garantiert mit den nächsten Updates und Patches.



Erste stolpernde Schritte
So gibt es hier also noch einige technische Baustellen. Aber besonders kritisch ist der Always-Online-Zwang, der selbst im Einzelspielermodus eine permanente Internetverbindung erfordert! Das schmeckt vermutlich keinem der nur Solo losziehen möchte und in diversen Foren stößt man schnell auf das nachvollziehbare Unverständnis der Spieler. Dieses unnötige „Feature“ sollte dringend überdacht und dann unbedingt rausgenommen werden.
Nightingale zeigt aber auch großes Potenzial und bietet bereits jetzt eine sehr faszinierende Welt zum Eintauchen. Die einzigartige Atmosphäre und das innovative Realm-System heben es deutlich von anderen Survival-Spielen ab. Nun muss zwar noch an vielen Stellschrauben gedreht werden, aber für Fans des Genres, die bereit sind, über einige Startschwächen hinwegzusehen, ist Nightingale schon jetzt mehr als einen Blick wert.
Fortsetzung folgt…







